So geht es Pim jetzt
In diesem Blog liest du die Entwicklungen rund um Pim. Die neuesten Beiträge stehen ganz oben. | Letztes Update: 24. April ’26
Pims laatste momenten: donderdag 23 april
Der Tag der Untersuchungen bei EquiSound in Belgien. Abfahrt in Aagtekerke: 06:00 Uhr. In der Morgendämmerung folgt Pim fröhlich und gutmütig den beiden Lamas Lilly und Sindaya in den Anhänger. Millie begleitet Mara auf dieser frühen Reise. Bei der Ankunft in Belgien schijnt die Sonne. Pim knabbelt entspannt am frisch gemähten Gras des Rasens vor der Klinik. Es werden seine letzten Bissen sein.
Selbstbewusst läuft er Lilly hinterher. Auch kurz auf die Waage – ein Ritual, das er so gut kennt. Mit der Nase in Maras Kragen lässt er sich den Hals scheren, die Betäubung verabreichen und den Infusionszugang legen. In ihren Armen schläft er ein. Voller Vertrauen. Denn auch die Worte „Es wird alles gut. Wir werden dir helfen. Ich bleibe bei dir“, kennt er wie kein anderer.


Längere Narkose
Nach dem MRT-Scan wacht Pim langsam etwas auf. Doch um einen Ultraschall machen und eventuell Flüssigkeit drainieren zu können, muss er noch einmal tiefer einschlafen. Die Narkose wird verlengert. Mit seinen Hinterbeinchen in ihren Händen schaut Mara beim Ultraschall zu. In dem Moment, als die Drainagenadel geholt wird, sagt eine assistierende Praktikantin: „Er atmet nicht mehr.“ Alle Wiederbelebungsversuche helfen nicht. Innerhalb weniger Minuten sind Pims Fußsohlen kalt.
Auf der Rückreise im Anhänger drückt Pflegemutter Lilly regelmäßig ihre Nase an seinen leblosen Körper. Zurück auf dem Hof verweilt sie bis spät in den Abend hinten auf der Weide, genau an der Stelle, an der Pim immer am liebsten lag. Immer wieder blickt sie sich suchend um und schaut uns dann eindringlich an.

Ohne Pim
Auch uns fehlt der Halt: das Geben seiner Flasche – fast immer das Erste am frühen Morgen, nach dem Mittagessen, am späten Nachmittag und als Letztes während Maras Abendrunde. Seit 351 Tagen passten sich der Tagesablauf des Teams und der Rhythmus aller Tiere Pims Entwicklungen an. Jeder war ständig wachsam, beobachtend. Täglich tauschten sich Renate und Mara darüber aus, „wie viele Flaschen er leergetrunken hatte“. Und jeden Morgen verkündete Mara das Gesamtergebnis des Vortrags: gestern 6 Flaschen, of 5 oder 8. Einmal sogar 9,5.
Pim wird nie wieder seine Nase in Lillys wollige flanken stecken. Nie wieder von den Ballen frischen Heus naschen. Nie wieder schelmisch um die Ecke gucken. Nie wieder gierig an der Flasche nuckeln. Nie wieder an Maras Gesicht schnuppern. Und im Moment ist dem Team noch nicht klar, wie sein plötzlicher Tod zum Wissen und Können beitragen kann, um anderen Alpakas zu helfen.
Montag, 30. März
Die Ergebnisse der letzten Kultur waren dieselben wie am 19. Februar. Dies liefert kein klares Bild darüber, warum das Gelenk so dick und schmerzhaft bleibt. Zum Glück können wir für den MRT-Scan zu EquiSound fahren. Dieser sollte ursprünglich am Donnerstag, dem 2. April stattfinden, wurde aber wegen Krankheit des behandelnden Arztes auf Dienstag, den 7. April verschoben. Um 10:30 Uhr checken wir dort mit Pim ein, natürlich in Begleitung von Lilly.
Pim wird beobachtet, klinisch untersucht, die Blutwerte werden mit unserem Bluttest von vor einigen Wochen verglichen, und am Nachmittag kommt Pim dann unter Vollnarkose in den MRT-Scanner.
Durch das injizierte Kortikosteroid und die tägliche Prednisolon-Salbe hat Pim deutlich weniger Schmerzen. Mit 6 bis 8 Flaschen am Tag „frisst“ er uns sprichwörtlich die Haare vom Kopf. Er wiegt mittlerweile 43,7 kg und wir sehen ihn ab und zu sogar über die Weide galoppieren! Für den Tag, an dem er 45 kg erreicht, haben wir uns als Team selbst eine Torte versprochen.
Sonntag, 22. März
Wir warten noch auf die Ergebnisse der letzten Kultur und eine Überweisung zu einem MRT-Standort. Nicht alle Orte, die MRT-Scans anbieten, heißen auch Alpakas willkommen.
In der Zwischenzeit schlägt sich Pim wacker. Täglich cremen wir sein Hinterbein mit Prednisolon-Gel ein. Er fängt an, sich wie ein echtes Alpaka-Männchen zu benehmen: Er rennt Mara hinterher, wenn sie mit seiner Flasche kommt, er springt schon „orgelnd“ hinten auf Alpaka-Damen und Lamas auf („Orgeln“ nennt man das Geräusch, das Alpaka-Hengste beim Paaren machen) und er spuckt sogar ab und zu andere an, wenn ihm das jeweilige Alpaka im Weg steht.
Es bleibt allerdings die Frage, ob er wirklich gesund wird oder ob dies an den in das Gelenk gespritzten Kortikosteroiden und dem täglichen Prednisolon-Gel liegt. Beides unterdrückt die Schmerzsymptome stark.
Sobald wir einen Platz gefunden haben, an dem Pim das MRT erhalten kann, werden wir dies so schnell wie möglich einplanen. Um alle noch zu erwartenden Kosten decken zu können, startet morgen, am 23. März, Pims große Osteraktion – teils online, teils bei uns auf dem Hof. Der Erlös wird von der Stiftung „DierenLot“ verdoppelt.


Freitag, 13. März
Pim war wieder in der Tierklinik IJzendijke. Dort wurde sein Gelenk erneut punktiert. Es wurde Flüssigkeit entnommen, die für eine Kultur angelegt wird. Anschließend wurde sein Gelenk gespült und es wurden Kortikosteroide injiziert. Dies wird in den kommenden Wochen die Schmerzen, Schwellungen und Steifheit im und um das Gelenk herum unterdrücken.
Pim, begleitet von seiner Pflegemutter Lama Lilly und Tante Lama Sindaya, kennt den Weg in und um die Tierklinik mittlerweile in- und auswendig. Sie schlendern ohne Zögern durch die Flure und wissen genau, wo das frische Gras auf dem Parkplatz zu finden ist.


Donnerstag, 19. Februar
Wir haben die Ergebnisse aus dem Labor der Fakultät für Tiermedizin der Universität Gent erhalten. Die Forscher vermuten, dass Pim sich irgendwann einmal eine kleine Verletzung in der Nähe seines Sprunggelenks (Hock-Gelenk) zugezogen hat. Dort drang daraufhin ein Hautbakterium ein, das eine leichtgradige Entzündung verursachte.
Eine leichtgradige Entzündung spürt ein Tier kaum. Sie führt nicht sofort zu Beschwerden, kann aber unbemerkt dauerhaft kleine Schäden anrichten – ein schleichender Prozess. Letztendlich entstehen daraus chronische Erkrankungen und Beschwerden. Woher diese genau kommen, ist jedoch nicht immer sofort herauszufinden. Auch bei Pim dauerte es eine Weile, bis wir verstanden, was ihm fehlte. Er kam letztes Jahr in einem s o schlechten Zustand zu uns. Priorität hatte damals vor allem, ihm Sicherheit zu bieten, ihn aufzupäppeln und zu stärken. Zudem war es ein komplexes Rätsel, welche Beschwerde womit zusammenhing. Als er trotz seiner Gewichtszunahme immer schwerfälliger lief, entdeckten wir den wachsenden Abszess.
Gute Nachrichten
Zum Glück haben wir gute Nachrichten: Er kann wieder ganz der Alte werden. Die zwei Besuche in der Tierklinik IJzendijke haben bereits geholfen. Pim blühte durch die Gelenkspülungen, die Antibiotika und die anderen Medikamente sichtlich auf. Hungrig nuckelt er täglich sechs Flaschen Nahrung weg. Seit dem Laborergebnis erhält er eine neue, stärkere Antibiotikakur: alle 72 Stunden eine Injektion. Wir ziehen diese vierwöchige Kur durch und überwachen ihn weiterhin. Danach fahren wir noch einmal mit ihm in die Tierklinik IJzendijke, wo erneut etwas Flüssigkeit aus seinem Gelenk entnommen wird, um sie in Gent nochmals kultivieren zu lassen.
Wir haben also große Hoffnung. Und Pim? Der findet all die Fürsorge und Aufmerksamkeit richtig toll. Er wird sehr anhänglich, wächst, gewinnt an Kraft und steht stabiler auf seinen Beinen. Wir beobachten ihn neugierig beim Rumschnüffeln. Ab und zu schlüpft er sogar durch ein offenstehendes Tor und geht in einer anderen Weide auf Entdeckungstour.
Mittwoch, 4. Februar
Die Untersuchung der kultivierten Gelenkflüssigkeit zeigte eine sehr hohe Zellzahl. Dies deutet auf eine Entzündung hin. Zudem wurde ein Bakterium nachgewiesen: Staphylococcus. Dabei handelt es sich eigentlich um ein Hautbakterium, das gegen Antibiotika resistent ist. Bei Pferdefohlen oder Kälbern sieht man vergleichbare Entzündungen, die meist nach zwei Behandlungen überstanden sind. Bei Pim ist das leider nicht der Fall. Es kann sein, dass seine Sehnen und Sehnenscheiden so überlastet und ebenfalls entzündet sind, dass ein Teufelskreis entstanden ist und die Entzündung permanent aktiv bleibt.
Pims Fall wird nun als Casus in der Klinik für Wiederkäuer der Fakultät für Tiermedizin der Universität Gent eingereicht. Dort werden sich verschiedene Spezialisten mit der Situation befassen und in Kürze ihre Erkenntnisse und Empfehlungen abgeben. In der Zwischenzeit zeigt sich Pim von seiner besten Seite: Er macht kleine Luftsprünge, trinkt gierig sechs ordentliche Flaschen am Tag, steckt seine Nase oft tief ins Heu u n d hat wieder fast zwei Kilo zugenommen. Dennoch sehen wir auch Momente von Steifheit und Schmerz – Phasen, in denen er sein Bein gar nicht belastet, und das Gelenk ist nach wie vor verdickt.
Wir sind tief berührt von all der Unterstützung, die wir für Pim erhalten – von Spenden über Karten und E-Mails bis hin zu lieben Kommentaren in den sozialen Medien. Es tut uns gut zu wissen, dass ihr alle so mitfühlt. Wir drücken die Daumen für baldige gute Nachrichten.
Freitag, 30. Januar
Um 08:00 Uhr durfte Pim wieder in IJzendijke für die nächste Spülung einchecken. Der Experte aus Utrecht hat einen ausführlichen Bericht darüber verfasst, was auf dem CT-Scan zu sehen ist: Nicht nur der Knochen und der Knorpel des Gelenks, sondern auch die umliegenden Sehnen scheinen von der Entzündung betroffen zu sein. Es könnte allerdings auch darauf hindeuten, dass sich die Sehnen bereits in der Heilungsphase befinden und Narbengewebe sichtbar ist – das ist noch nicht ganz eindeutig. Das Ergebnis der kultivierten Flüssigkeit folgt nächste Woche. Danach lässt sich besser bestimmen, wie es weitergeht. Direkt nach der Behandlung war Pim überglücklich, Lilly wiederzusehen. Draußen angekommen, trottete er direkt neugierig über den Parkplatz.


Mittwoch, 28. Januar
Um 08:00 Uhr betraten Pflegemutter Lilly und Tante Sindaya die Türen der Tierklinik IJzendijke. Pim folgte ihnen ohne Zögern. Im Wartezimmer durfte er erst einmal auf die Waage: 38 Kilo – go Pim! Danach haben wir gemeinsam gewartet, bis die Betäubung und Sedierung wirkten und Pim schläfrig wurde. Während wir mit Lilly und Sindaya in der Umgebung spazieren gingen, machte das Team der Tierklinik Röntgenaufnahmen und begann mit der Behandlung.
Es wurde ein langer und intensiver Morgen: Röntgenbilder, CT-Scan, Drainage des Sprunggelenks (Hock-Gelenk), anschließendes Durchspülen sowie das Verabreichen von Medikamenten und Antibiotika direkt im Gelenk. Die Ergebnisse des CT-Scans wurden zur Beurteilung an einen Spezialisten in Utrecht geschickt. Die Entzündungsflüssigkeit wurde für eine Kultur angelegt. Daraus wird sich hoffentlich zeigen, welche Bakterien die Entzündung verursachen und wie wir sie gezielt bekämpfen können. Zurück auf dem Hof machte Pim das Beste daraus: Am Abend trank er 4 gut gefüllte Flaschen, zeigte uns einen ausgelassenen Luftsprung und hielt ganz ruhig still, als wir seinen Verband entfernten.
Spannende Phase
Alle paar Tage muss das Gelenk in der Tierklinik erneut gespült werden – womöglich über mehrere Wochen hinweg. Dies bringt zusammen mit dem CT-Scan erhebliche Zusatzkosten mit sich – weit mehr als unsere erste Schätzung von rund 953,- €. Welche Behandlung letztlich noch möglich ist, muss sich erst noch zeigen. Wir hoffen sehr, dass wir Pim wieder gut auf die Beine bekommen, aber die Prognose war am Mittwoch leider noch nicht gut.


Hintergrund
Er hat schon viel durchgemacht. Seit er im Frühjahr 2025 zu uns kam, haben wir ihn kontinuierlich überwacht und mehrfach untersuchen lassen. Zum Glück hat er keine Gehirnschäden. Allerdings ist er in seiner Entwicklung stark verzögert, stellte der Alpaka-Spezialist Thijs Flahou aus Belgien fest. Vermutlich liegt das an seinem schweren Start ins Leben: zu wenig Biestmilch (die erste Muttermilch), eine unruhige oder unsichere Umgebung und eine zu frühe Trennung von der Mutter. Die Folge: ein schwaches Immunsystem. Er ist extrem anfällig für Infektionen.
Schwere Entzündung
Thijs stellte fest, dass Pim auf dem rechten Auge vollständig blind ist und dass es sich bei dem Abszess an seinem Hinterbein um eine Entzündung im Sprunggelenk handelt. Damit diese nicht weiter um sich greift, müssen wir schnell handeln. Glücklicherweise konnten wir schon am nächsten Tag in die Tierklinik IJzendijke fahren. Es steht ein straffes Programm an: Vollnarkose, Röntgenbilder, Drainage des Gelenks, Kultivierung der Entzündungsflüssigkeit, lokale Behandlung der Entzündung und der Beginn einer schweren und langen Antibiotikakur.
Hilf uns zu helfen
Besuche das Alpaca Rescue Centrum oder buche eine Alpaka- oder Lama-Aktivität. Damit unterstützt du die hilfsbedürftigen Tiere in unserer Auffangstation und erlebst gleichzeitig einen unvergesslichen Tag!

